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Zerlegehalle für die Rheinsberger KKW-Anlagen wird wegen Bauverzögerungen später fertig

Дата публикации: 04-08-2026 07:08:11

Es soll eine gemeinsame Entsorgungsanlage für die beiden ostdeutschne Kernkraftwerke Rheinsberg und Lubmin werden: die Zerlegehalle im vorpommerschen Lubmin. Nun gibt es Verzögerungen.


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Bauverzögerungen Zerlegehalle für die Rheinsberger KKW-Anlagen wird später fertig

Der Abbau der Anlagen im ehemaligen KKW Rheinsberg erfolgt durch die bundeseigene EWN (Quelle: dpa/nens Kalaene)
Der Abbau der Anlagen im ehemaligen KKW Rheinsberg erfolgt durch die bundeseigene EWN (Quelle: dpa/nens Kalaene)

Die Zerlegungshalle (ZLH) für die Großkomponenten der DDR-Atomkraftwerke von Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) und Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) wird später fertig.

Die Inbetriebnahme wird nun erst für 2028 geplant, heißt es in einer Stellungnahme der für den Bau verantwortlichen bundeseigenen EWN (Entsorgungswerk für Nuklearanlagen GmbH). Die Fertigstellung werde 2027 "anvisiert". Zuletzt war noch ein möglicher Betriebsbeginn zum Ende dieses Jahres angekündigt worden.

Auch die Kosten würden sich - vor allem aufgrund der Verzögerungen - erhöhen. Belastbar könne dies aber "nicht beziffert" werden, so die EWN-Sprecherin. 2018 war einmal von mehr als 40 Millionen Euro für den Bau der Anlage die Rede.

Mehrere Gründe für die Verzögerung des Baus

Die Sprecherin der verantwortlichen bundeseigenen Firma verwies auf den anhaltenden Fachkräftemangel, Verzögerungen in den Lieferketten sowie die Verfügbarkeit von Materialien und Komponenten als Gründe und erklärte die "besonderen technischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen und hohe Ansprüche an Planung und Ausführung" als ursächlich für die Verzögerung.

In dem Bau in Lubmin sollen später einmal unter anderem die sogenannten Dampferzeuger zerlegt werden, mit denen in den Kraftwerken mittels Wärme Dampf für Turbinen erzeugt wurde, oder auch Druckgefäße. Die Komponenten sollen so zerkleinert und aufbereitet werden, dass sie etwa in den Schacht Konrad im niedersächsischen Salzgitter, dem künftigen Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle, gebracht werden können. Oder die Teile werden gänzlich von Kontamination befreit und konventionell entsorgt. Noch lagern die Großkomponenten aus Brandenburg und Lubmin nebenan im sogenannten Zwischenlager Nord (ZLN) in Lubmin.

Eine Vielzahl gesonderter Schutzeinrichtigungen

Kernstück des riesigen Komplexes im Lubmin ist eine etwa 30 Meter hohe, 60 Meter lange und 40 Meter breite Halle mit großen Stahltoren. Die Krananlage soll Hunderte Tonnen Gewicht heben können. In der Mitte befindet sich ein Becken, in dem später Teile unter Wasser ferngesteuert zerlegt werden sollen - zum Schutz vor Strahlen. Auch 90 Zentimeter dicke Betonwände dienen der Abschirmung.

Das Zerlegebecken ist zur Abschirmung mit Edelstahl ausgekleidet und die 44 Tonnen schweren Flügel des großen Tores der Halle sind zur Abschirmung mit Beton gefüllt. Böden und Teile der Wände sind speziell beschichtet, damit etwaige Kontamination nicht einzieht. Abluft wird gefiltert und kontrolliert. Selbst die körperlichen Bedürfnisse der künftig in dem Bau beschäftigen Menschen unterliegen früheren Angaben zufolge den Sicherheitsvorkehrungen. Demnach darf später nur in einem einzigen Raum gegessen werden, wegen der Gefahr, anderswo mögliche Kontamination dabei aufzunehmen. Auch Toiletten werde es im Kontrollbereich nicht geben, weil das Abwasser ansonsten speziell behandelt werden müsste.

Die Gründungsarbeiten waren 2018 gestartet, im Sommer 2020 dann begann der Rohbau. Vor allem in der Corona-Zeit kam es nach Angaben der verantwortlichen Projektfirma zu Verzögerungen

Sendung: rbb|24, 04.08.2026, 09:08 Uhr
Audio: rbb|24, 04.08.2026, Stefan Ruwoldt

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