Der Kreisläufer ist der erste Spieler seit Michael Hegemann, der zum Verein zurückkehrt – das sind die Gründe für die Entscheidung.
Wuppertal · Der Kreisläufer ist der erste Spieler seit Michael Hegemann, der zum Verein zurückkehrt – das sind die Gründe für die Entscheidung.
Beim Testspiel in Brühl am letzten Samstag stand Tom Bergner erstmals wieder für den BHC auf dem Feld.
Foto: Thorsten HesseAls Tom Bergner vor einer Woche zur ersten Trainingseinheit des Bergischen HC in die Friedrich-Albert-Lange-Schule fuhr, habe sich das komisch angefühlt. „Es war richtiggehend nostalgisch“, sagt der Kreisläufer. „Ich war drei Jahre nicht da, habe aber zu allen möglichen Orten irgendeine Verbindung oder Erinnerung.“ Und dann, in der Halle, sei es doch plötzlich wie früher gewesen. „Auf einmal sind da die ganzen alten Gesichter: Olli, Sigi, Tutsch, Toto. Das war irgendwie schön.“ Tom Bergner ist zurück beim Handball-Bundesligisten.
Olli, Sigi, Tutsch und Toto, das sind Athletiktrainer Oliver Schumacher, Betreuer Siegfried Knapik, Nachwuchs-Koordinator Christoph Rath und Pressesprecher Thorsten Hesse. Sie gehören seit vielen Jahren zum Team ums Team, das Tom Bergner noch bestens kennt. Denn der heute 26-Jährige gehörte von 2020 bis offiziell 2024 bereits zum BHC-Kader. „Trainer Sebastian Hinze und Geschäftsführer Jörg Föste haben mir damals die Chance gegeben, für die ich immer noch sehr dankbar bin“, blickt der Kreisläufer zurück.
Vom damaligen Drittligisten Eintracht Hagen gekommen, baute Ex-Coach Hinze Bergner langsam auf. Für mehr Spielpraxis ging es auf Leihbasis zum TuSEM Essen, ab der Saison 2022/23 kam der Handballer beim BHC mehr und mehr in Schwung, wurde aber von einer Verletzung zurückgeworfen und in seinem letzten Vertragsjahr 2023/24 an Zweitligist Eulen Ludwigshafen ausgeliehen.
„Ich hatte nie den Plan, den BHC zu verlassen. Daher war es schon schade, dass ich gehen musste“, sagt der Handballer. Mit Hinze-Nachfolger Jamal Naji sei er nie „auf einen grünen Zweig gekommen“, so dass er sich als nächste Station für GWD Minden entschied. „Der ganze Prozess über die Eulen und GWD Minden in der 2. Liga hat sich seinerzeit wie ein Schritt zurück angefühlt. Aber rückblickend hatte es auch Gutes. Ich bin zu einem anderen Menschen, einem anderen Handballer geworden. Sicher auch einem besseren.“
Der Kontakt ins Bergische Land sei während der insgesamt drei Jahre nie abgebrochen. Mit Minden schaffte Bergner den Aufstieg in die 1. Liga und verpasste dort den Klassenerhalt hauchdünn am letzten Spieltag. Ein Tor mehr hätte den Ostwestfalen gereicht. „Mein Entschluss zur Rückkehr zum BHC hatte aber nichts mit einer Ligazugehörigkeit zu tun. Als ich unterschrieben habe, standen wir mit Minden noch vor dem BHC“, berichtet Bergner. Er wechselte aus Überzeugung: „Es war keine Entscheidung gegen Minden. Der BHC hatte immer einen Platz in meinem Herzen. Und es ist spürbar, wie professionell Arnor Gunnarsson und Markus Pütz arbeiten. Deshalb wollte ich das – und der BHC wollte auch.“
So betont das genannte BHC-Trainergespann: „Wir sind froh, dass er wieder da ist. Er bringt Stabilität und Erfahrung in unseren Abwehr-Innenblock. Man merkt, dass er den Verein kennt, und sieht schon nach einer Woche, wie gut die Dinge harmonieren.“
Tom Bergner, der mit seiner Verlobten Lissi nach Düsseldorf gezogen ist, ist somit der erste BHC-Rückkehrer seit Michael Hegemann – das ist satte 14 Jahre her. „Ich möchte dem Verein nun etwas zurückgeben und alles auf der Platte lassen“, betont der Sportler, der für seine kämpferische Leistungsfähigkeit bekannt ist und sie schon in der ersten Einheit unter Beweis stellte. Beim Ausdauer-Test biss er brutal auf die Zähne und ließ den Großteil der Mannschaft hinter sich – für einen Kreisläufer, der naturgemäß ein paar Kilo mehr mit sich herumschleppt, eine beeindruckende Leistung. „Dass das so gut läuft, hatte ich nicht erwartet. Aber ich habe den Urlaub auch genutzt. Ich wusste, dass ich fit bin.“
Nun hat der 26-Jährige vor allem zwei Ziele: „In erster Linie geht es natürlich um den Klassenerhalt. Dafür müssen wir es hinbekommen, dass die Gegner überhaupt keine Lust haben, gegen uns zu spielen. Weil es einfach so unangenehm ist. Außerdem möchte ich am Ende der Saison sagen können, ein konstanter Bundesliga-Spieler zu sein.“
So sehr sich der Wechsel zum BHC wie ein Nachhausekommen anfühle, gelte das für die Mannschaft interessanterweise kaum. Bergner hat nur mit Christopher Rudeck, Tomas Babak und Yannick Fraatz bereits bei den Löwen zusammengespielt. „Aus Essen kenne ich noch Lukas Becher. Ein bisschen fühle ich mich also schon auch wie der Neue“, sagt er.
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