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300 Meter tiefe Brunnen: Trockenheit und Hitze – so steht es um die Trinkwasserversorgung in Saarbrücken

Дата публикации: 12-08-2026 03:00:00




Die Trockenheit lässt die Wasserpegel sinken. Experten erklären, wie es um die Trinkwasserversorgung in der Landeshauptstadt steht – und welches neue Projekt für 22 Millionen Euro geplant ist.



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300 Meter tiefe Brunnen Trockenheit und Hitze – so steht es um die Trinkwasserversorgung in Saarbrücken

Saarbrücken · Die Trockenheit lässt die Wasserpegel sinken. Experten erklären, wie es um die Trinkwasserversorgung in der Landeshauptstadt steht – und welches neue Projekt für 22 Millionen Euro geplant ist.

Die Saarbrücker müssen auch in diesem besonders trockenen Sommer nicht ums Trinkwasser bangen, heißt es vonseiten der Stadtwerke. (Symbolbild)

Die Saarbrücker müssen auch in diesem besonders trockenen Sommer nicht ums Trinkwasser bangen, heißt es vonseiten der Stadtwerke. (Symbolbild)

Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp/Patrick Pleul

Die anhaltende Trockenheit kann Angst machen. Bäche haben Niedrigwasser, Bäume haben Trockenstress und Flüsse bereiten Sorgen, weil die Pegel so niedrig sind, dass die Schiffe vielleicht bald gar nicht mehr fahren können.

Unweigerlich denkt man da auch an das Grundwasser. Das kommt für die Landeshauptstadt Saarbrücken aus zwei Gewinnungsgebieten: aus Blickweiler von den Wasserwerken Bliestal und aus den insgesamt 16 Brunnen im Scheidter Tal. Das Wasserwerk dazu steht in Rentrisch und versorgt die Stadtmitte mit St. Johann, den Kieselhumes und den Rastpfuhl mit frischem Wasser.

Saarbrücker Trinkwasserversorgung auch im Sommer nicht gefährdet

Die Stadtwerke haben die alles entscheidende gute Nachricht: Die Trinkwasserversorgung ist auch bei einem Spitzensommer wie in diesem Jahr nicht gefährdet. Das versichert Corinna Schenkelberger, Fachbereichsleiterin Trinkwassermanagement der Stadtwerke Saarbrücken.

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Foto: Stadtwerke Saarbrücken Bäder GmbH

Dass Saarbrücken so gut versorgt sei, verdanke man der Geologie im Buntsandstein. Auch die Quellen in Blickweiler seien im Buntsandstein verortet – und der führe ganzjährig gleichmäßig Wasser.

300 Meter tief, 50 Jahre alt

„Wir fördern das Wasser aus Brunnen, die 300 Meter tief sind, und das Wasser dort ist 50 Jahre alt“, erklärt die Wasserexpertin. „Natürlich überwachen wir dieses Wasser und achten auf Absenkungen. Hätten wir diese über einer maximal zulässigen Schwelle, müssten wir die Brunnen abschalten. Aber kritische Werte erreichten wir noch nie.“

Saarbrücken sei hier durch seine Geologie aber auch gesegnet; im Nordsaarland sehe das schon anders aus. Hier müssten die Trinkwasserversorger Wasser „importieren“. Auch das sei bei den Saarbrücker Brunnen noch nie vorgekommen. Das Trinkwasserreservoir müsse man sich wie unterirdische Flüsse vorstellen, es gebe Hohlräume und Strömungen. Wassermangel habe es hier noch nie gegeben. Bislang seien sehr trockene Sommer auch nie problematisch gewesen, solange die Jahresniederschläge ausreichen.

Pumpen- und Filterhaus soll für 22 Millionen Euro neu gebaut werden

Was hingegen ansteige, das seien die Verbräuche. „Der limitierende Faktor für die Wasserversorgung ist die Filterkapazität“, sagt Daniel Bürtel, der Fachbereichsleiter Baumanagement der Stadtwerke. Die Werke wollen in Rentrisch ein 100 Jahre altes Pumpen- und Filterhaus bis 2028 stilllegen und für 22 Millionen Euro durch einen Neubau ersetzen. Dieser Neubau soll die Grundwasserversorgung der Stadt Saarbrücken auch in Zeiten sicherstellen, wenn Verbrauchsspitzen erreicht werden. Und das habe auch nicht nur mit dem Sommer zu tun, denn mitunter würden neue Baugebiete oder Industrieansiedlungen schon Mehrverbrauch erzeugen, der relevant sei.

Trinkwasser wird in Saarbrücken in einer Zone zwischen dem Spellenstein in Rentrisch und dem Stahlhammer in Scheidt gefördert. Und weil Rentrisch einst Teil der Landeshauptstadt gewesen sei, bis es zu einem Flächentausch in der Gebietsreform kam, seien die Stadtwerke Saarbrücken auch heute noch dort auf St. Ingberter-Gebiet tätig. Der leistungsfähigste Brunnen im Scheidter Tal liefere 270 Kubikmeter Wasser in der Stunde, der kleinste nur 30 Kubikmeter. Trotzdem erzeuge das Wasserwerk Rentrisch 3,5 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr, die ausschließlich die Landeshauptstadt versorgen. Da das Wasser bei der Förderung Eisen und Mangan enthalte, werde es vorbehandelt, allerdings ohne jede Chemie. In der neuen Filteranlage werde sogar noch eine Desinfektion mit UV-Licht vorgenommen, was im Fall einer Keimbelastung eine Chlorung überflüssig mache.

Woher das Saarbrücker Trinkwasser kommt

Damit könne das Saarbrücker Trinkwasser weiterhin ohne Zusätze angeboten werden, versichern die Stadtwerke, die das neue Filterhaus bis Anfang 2028 in Betrieb nehmen wollen. Ein Drittel des Saarbrücker Wassers kommt dann weiterhin aus dem Scheidter Tal und zwei Drittel aus dem Bliesgau, der den Saarbrücker Osten und Westen versorgt.

Die alte Filterhalle wird übrigens nicht abgerissen, sie wird zu Schulungsräumen umgebaut. Dass man trotz der Trockenheit in Saarbrücken ausreichend Trinkwasser hat und die Stadtwerke auch Gartenbewässerung nicht einschränken müssen, sollte dennoch nicht leichtsinnig machen. (ian/sil)

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