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Energie-Politik: Bald keine Einspeisevergütung mehr? Was Solarfirmen zur Reiche-Reform sagen

Дата публикации: 13-08-2026 02:55:00




Zwei Solarfirmen aus Homburg und St. Ingbert sind sich in der Bewertung eines Wegfalls der Einspeisevergütung von Solarstrom einig: Eigenverbrauch ist die beste Rendite. Das sagen sie zu Modulen und Stromspeichern.



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Energie-Politik Bald keine Einspeisevergütung mehr? Was Solarfirmen zur Reiche-Reform sagen

Zwei Solarfirmen aus Homburg und St. Ingbert sind sich in der Bewertung eines Wegfalls der Einspeisevergütung von Solarstrom einig: Eigenverbrauch ist die beste Rendite. Das sagen sie zu Modulen und Stromspeichern.

Solarfirmen im Saarpfalzkreis fürchten EEG-Reform von Ministerin Reiche nicht

Foto: dpa/Marijan Murat

Seit Wochen scheint die Sonne fast durchgehend strahlend blau vom Himmel. Hausbesitzern im Saarpfalz-Kreis mit einigen Solarmodulen auf dem Dach kann das nur gefallen. Haben sie noch einen Stromspeicher im Keller, dann brauchen sie in solchen Zeiten keinen oder nur wenig Strom bei ihrem Versorger zu kaufen. Ihre Kilowattstunden (kwh) haben sie ja schon mit der Anschaffung der Anlage bezahlt. Und der überschüssige Strom an sonnigen Sommertagen wird vom Versorger mit ein paar Cent pro kwh vergütet (die Höhe ist nach Baujahr unterschiedlich).

Gesetzentwurf kippt Einspeisevergütung

Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) arbeitet an einer Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Dabei sollen künftig Solaranlagen, die Rede ist von solchen bis 25 Kilowatt Leistung (viele Solarfelder auf Ein- bis Zweifamilienhäuser liegen etwas über oder unter zehn Kilowatt Leistung) keine feste Einspeisevergütung mehr bekommen. Das Bundeskabinett hat den Plänen bereits zugestimmt, der Gesetzgebungsprozess dauert an. Ab 2027 könnten neue Regelungen greifen (siehe Info).

Unter Reiches Parteikollegen Peter Altmaier gab es 2012 große Verwerfungen in der Solarbranche, als es Streichungen der Vergütung gab. Vom „Altmaier-Knick“ wird dabei gerne gesprochen. Einen solchen Bruch im Geschäft erwartet Matthias Hodel diesmal nicht. Er hat seine Firma „eenovativ“ in Homburg 2012 gegründet und mit Yves Klein seit 2023 einen weiteren Geschäftsführer an Bord. Hodel sagt: „Ich bin seit 2008 in der Branche. Das politische Hoch und Runter haben wir längst verarbeitet.“ Von einem „grausamen Hin und Her“ spricht der Unternehmer, von einer politischen Abhängigkeit, die er gerne überwinden will: „Wenn wir frei sind, entwickelt sich ein echter Markt.“

Homburger Unternehmer: Stromspeicher gefragt

Er betont, dass er in diesem Zusammenhang von den „Kleinanlagen“ spreche, wie sie auf vielen Dächern längst zu finden sind. Nach dem Vorbild von Österreich könne sich für den Strom, den die Betreiber nicht selbst verwerten, ein Markt bilden über Zwischenhändler und börsennotierte Unternehmen, die die Vermarktung dieser Strommengen übernähmen. Natürlich sei eine Delle im Solargeschäft nicht auszuschließen, wenn interessierte Bürger verunsichert seien mit Blick auf die EEG-Novellierung. Aber sein Homburger Unternehmen sei klein genug, damit fertig zu werden.

Aktuell sieht Hodel insbesondere eine große Nachfrage nach Stromspeichern. Die Kundschaft wolle, dass sich ihre Photovoltaik-Anlage rentiere. Das gelinge am ehesten, wenn der Sonnenstrom möglichst direkt vor Ort genutzt wird.

Solarfirmen im Saarpfalzkreis fürchten EEG-Reform von Ministerin Reiche nicht

Foto: Peter Gaschott​

Wichtig ist Eigenverbrauch beim Solarstrom

Auf die Frage, ob Kunden eine Investition in ein Solardach zurückstellen könnten, wenn es die Vergütung nicht mehr gibt, antwortet Matthias Hodel mit einer Modellrechnung. Die Module auf dem Dach habe der Hausbesitzer bis zu 30 Jahre lang. Der Verlust an Stromproduktion der Zellen sei dabei „absolut überschaubar“. Auch moderne Stromspeicher hätten schon eine Lebenserwartung von 15 bis 20 Jahren. Der Wechselrichter als „Herz und Hirn“ der Anlage mit Kosten um die 2000 Euro müsse in dem Zeitraum voraussichtlich einmal gewechselt werden, maximal zweimal bei sehr langer Anlagenlaufzeit. Auch Kosten für Modulreinigungen alle paar Jahre beschreibt er als überschaubar. Wenn er alles fair zusammenrechne und die Kosten auf die Kilowattstunde umlege, lande er bei acht bis zwölf Cent pro kwh (die Grundversorgungstarife bei den Stadtwerken Homburg und St. Ingbert liegen derzeit bei rund 35 Cent und mehr). Die acht bis zwölf Cent habe der Kunde über die gesamte Laufzeit hinweg. „Da liegt der Gewinn einer Photovoltaikanlage“, sagt Hodel.

St. Ingberter Firma: Module nicht mehr Kostentreiber

Stephan Leidinger ist Geschäftsführer der Regi GmbH in St. Ingbert. Auch ihm ist gar nicht bange in Bezug auf die EEG-Reform: „Ehrlich gesagt ändert der Wegfall der Einspeisevergütung für uns überraschend wenig – weil wir unseren Kunden schon lange keine Anlagen mehr verkaufen, die sich über die Einspeisung rechnen sollen. Die acht Cent waren nie das Geschäftsmodell. Das Geschäftsmodell heißt Unabhängigkeit.“ Leidinger stimmt mit seinem Homburger Kollegen überein, wenn er als entscheidende Größe bei der kleinen Solaranlage auf den finanziellen Vorteil abhebt, den sich die Kunden mit Sonnenstrom und Speicher erarbeiten: „Wer eine Kilowattstunde selbst verbraucht, statt sie für acht Cent ins Netz zu geben, spart rund 35 Cent Netzbezug. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ist damit das Vier- bis Fünffache wert.“ Die Konzepte im Unternehmen seien deshalb auf Eigenverbrauch ausgerichtet, nicht auf Förderung.

Leidinger fügt hinzu, die Preise für Module seien gesunken: „Das Modul ist heute kaum noch der Kostentreiber, sondern fast eine Nebengröße. Eine Dachanlage kostet nur noch einen Bruchteil dessen, was vor einigen Jahren üblich war.“ Die Wirtschaftlichkeit einer gut geplanten Anlage stehe heute auf einem völlig anderen Fundament als noch vor fünf Jahren.

Das Paket macht den Unterschied

Mit dem Eigenverbrauch im Mittelpunkt der Betrachtung werde die Einspeisung „zur vernachlässigbaren Randerscheinung“. Den richtigen Hebel sieht Leidinger in der Kombination von Photovoltaik, Wärmepumpe, Speicher und Wallbox für ein E-Auto: „Wenn das eigene Dach die Heizung und das Auto mitversorgt, wird aus einer Solaranlage ein Energiekonzept.“ Stromspeicher spielen damit heute eine entscheidende Rolle: „Er verschiebt den Sonnenstrom vom Mittag in den Abend und macht aus acht Cent Einspeisung 35 Cent gesparten Netzstrom.“

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