Der Chef des wertvollsten Konzerns der Erde unterstützt seine Abnehmer mit Milliardenbeträgen. Ist das normale Absatzfinanzierung oder ein großer Schwindel?

Nvidia-Chef Jensen Huang: Milliardenschweres Netz von Beteiligungen weltweit. Foto: AP Photo/Chiang Ying-ying [M]
München, San Francisco, Taipeh. Im Studio des TV-Senders CNBC trafen sich am Montag der Chef von Goldman Sachs, David Solomon, der Boss des Vermögensverwalters Blackrock, Larry Fink, einige andere amerikanische Finanzgrößen – und dazwischen Jensen Huang.
Der Nvidia-Chef hatte einige der mächtigsten Männer der Wall Street um sich versammelt, um vor laufenden Kameras seinen bislang größten Deal bekannt zu geben: 500 Milliarden Dollar an Kapital sollen die Banker mobilisieren, um neue Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) zu errichten – und damit dem Geschäft des weltgrößten Chipherstellers den ultimativen Schub zu geben. Bis zu 125 Milliarden Dollar beabsichtigt das global wertvollste Unternehmen selbst abzusichern.
Nvidia und Huang sind Superstars der internationalen Unternehmenswelt. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 5,4 Billionen Dollar liegt der Chipanbieter weit vor Apple und Microsoft. Der 63-jährige Huang wird als begnadeter Netzwerker beschrieben, er versteht es, gewaltige Summen zu mobilisieren. Wie kaum ein anderer Konzernchef beteiligt er sich dabei mit hohen Summen an Kunden und Lieferanten, sichert sich Abnahmeverträge und finanziert den Aufbau neuer Rechenzentren.
Die entscheidende Frage: Handelt es sich um normales Geschäftsgebaren – oder finanziert Nvidia damit einen Teil der Nachfrage nach den eigenen Chips selbst?
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