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Telekom: Autarker Mobilfunkstandort in Betrieb

Дата публикации: 01-07-2026 08:30:00

Mobilfunkkunden erwarten überall Netz. Was aber, wenn dazu ein Sender in die Einsamkeit gestellt werden muss, wo es keinen Strom gibt? Die Lösung: Selbst machen.

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Die Telekom hat jetzt den ersten autarken Mobil­funk­standort in Bayern einge­schaltet. Genauer zwischen Mittenwald und dem ster­reichi­schen Scharnitz beim Parkplatz Brunn­stein­htte.

Der graue Schleu­derbe­tonmast ist gerade einmal 20 Meter hoch und fgt sich nach Ansicht des Unter­nehmens "farblich harmonisch" in die grauen Felsen des Wetter­stein­gebirges ein, das sich massig im Hintergrund erhebt.

Das Grau des Betonturms passt farblich zum Gebirge Das Grau des Betonturms passt farblich zum Gebirge
Foto: Deutsche Telekom

Dennoch lehnte die Kommune den Standort erst einmal ab, "um das vertraute Bild der Landschaft zu bewahren". Die Telekom blieb gelassen: "Nichts besonders in Oberbayern. Sieben der zehn grten Funklcher in Deutschland sind hier."

Die Hrde Strom­anschluss

Die Politik mchte unberhrte Natur: Sendetrme sind hnlich wichtig wie Stromleitungen. Die Politik mchte unberhrte Natur: Sendetrme sind hnlich wichtig wie Stromleitungen.
Foto: Deutsche Telekom
Zurck zum Standort: Was den Standort besonders macht, ist etwas anderes er kommt ohne Strom­anbin­dung aus.

Dirk Schrder ist bei der Telekom fr das Projekt verant­wort­lich. Er erzhlt: „Bezglich der Strom­anbin­dung standen wir vor dem Problem sehr hoher Kosten.“

Dabei liegt der Ort in direkter Linie kaum zwei Kilometer vom Ortseingang Mittenwald entfernt. Zahlreiche Varianten wurden geprft: Schlielich gibt es eine Bahnstrecke und ber­land­leitungen in unmit­telbarer Nhe, selbst eine Versorgung aus sterreich wurde geprft. Und so wundert es nicht, dass der Rohbau fr den Mast schon seit 2022 steht.

"Die vorhandenen Strom­leitungen sind leider nicht fr unsere Belange ausgelegt", berichtete Schrder. Ein regulrer Strom­anschluss htte hier 300.000 bis 400.000 Euro gekostet. Aus diesem Grund fiel die Entschei­dung, an diesem Standort ein Pilot­projekt zu starten. Die Mobil­funk­station wird nun vllig autark betrieben.

So funk­tioniert die unabhngige Ener­giever­sorgung

Hinter dem Telekom Sendemast ist die Htte fr Solar-Stromversorgung, LPG-Flssiggas-Tank und Notstromaggregat. Hinter dem Telekom Sendemast ist die Htte fr Solar-Stromversorgung, LPG-Flssiggas-Tank und Notstromaggregat.
Foto: Deutsche Telekom
Neben dem Mast wurde ein Unterstand gebaut, an drei Seiten von Wnden umschlossen. Davor ruht ein schwerer, grner Tank fr Flssiggas. Unter dem Dach steht der Generator, der im Notfall mit LPG-Gas (Liquefied Petroleum Gas = Flssiggas) betrieben wird. Auf der gegen­ber­liegenden Seite sind in zwei groen Schrnken die Mobil­funk­technik, die Batterien und die Wech­selrichter unter­gebracht.

Das Dach ist mit Photo­volta­ikmo­dulen bedeckt. Auch an der Rckwand der Konstruk­tion sind Solarmodule im 90-Grad-Winkel montiert. „Diese Bauweise soll verhindern, dass die Anlage im Winter einschneit, und den Stromertrag in den sonnenarmen Monaten gezielt anheben, erklrt Schrder. “Wir mssen beobachten, wie gut das an dieser Stelle funk­tioniert.

Was passiert bei schlechtem Wetter?

Die gewonnene Sonnen­energie wird in den Batterien gespeichert. Die gesamte Technik luft auf 48 Volt und wird im Normal­betrieb direkt aus den Batterien gespeist. Die aktuelle Anlage ist auf eine Leistung von 2,5 Kilowatt dimen­sioniert. Dies reicht fr den laufenden Betrieb dieses Standorts aus und bietet gengend Puffer, um Lastspitzen sicher abzufangen.

Fllt die Batte­riespan­nung bei schlechtem Wetter unter einen fest­gelegten Prozentsatz, schaltet sich automatisch ein Backup-Generator mit Flssiggas ein. Er ldt die Speicher in maximal fnf Stunden wieder auf. Eine vollstndig geladene Batterie kann den Standort zwei bis drei Tage lang autark versorgen, sodass der Generator selbst im Winter nicht dauerhaft in Betrieb sein sollte so das Ziel.

Eine Premiere fr alle Beteiligten

Der autarke Sendestandort versorgt die Bahnstrecke und die Bundesstrae. Der autarke Sendestandort versorgt die Bahnstrecke und die Bundesstrae.
Foto: Deutsche Telekom
Dass dieser Standort technisches Neuland bedeutet, zeigte sich beim Vor-Ort-Termin. Am Bau waren vier Firmen, nmlich Telekom, Delta (Ener­giesys­teme), ISS (Gebu­dema­nage­ment) und PASM (Strom­versor­gung fr ITK-Projekte) beteiligt. Die Ablufe fr diesen Standort mussten genau geklrt werden. Welche Firma ist fr was zustndig? Wie luft die bergabe bei Problem­fllen?

Bewh­rungs­probe und Zukunfts­plne

Die Telekom sammelt mit diesem Projekt wichtige Erfahrungen fr die Zukunft. Die genauen Ergebnisse flieen in die Entwicklung kommender Standorte ein. Nach dem Winter wird man erste belastbare Erkennt­nisse haben, ob das Konzept trgt. Um den Aufbau in Zukunft weiter zu verein­fachen, arbeitet das Unternehmen zudem an stan­dardi­sierten Container­lsungen, die ohne aufwendige Fundamente auskommen, wie die Konstruk­tion bei Mittenwald.

Zum Einsatz knnten solche autarken Standorte in Zukunft beispiels­weise entlang der Autobahnen kommen. Auch hier wrden fr die Strom­anbin­dung zum Teil extrem hohe Kosten entstehen.

Alternative Windkraft?

Perspek­tivisch zieht die Telekom auch die Nutzung von Windkraft in Betracht, wie sie bereits an einem Pilot­standort in der Nhe von Chemnitz erprobt wird. Die Geneh­migungs­verfahren fr Windrder erhhen aber die Komplexitt fr solche Standorte zustzlich.

Im Einklang mit der Umgebung: Infra­struktur trifft Landschaft

Solarzellen hochkant, damit der Schnee im Winter nicht liegen bleibt. Solarzellen hochkant, damit der Schnee im Winter nicht liegen bleibt.
Foto: Deutsche Telekom
Die „Bewahrung des Land­schafts­bildes“ ist fr die Telekom ein wichtiges Thema. Doch der Mobil­funk­standort der Telekom stehe keineswegs in einer "unberhrten Natur", betont man dort. Zu beiden Seiten erstrecken sich Flchen, die land­wirt­schaft­lich genutzt werden. Der Standort selbst gehrt zu einem bestehenden Parkplatz. Nicht weit entfernt laufen ber­land­leitungen auf Masten, die mehr als doppelt so hoch sind wie der Mobil­funk­standort.

Die Telekom betont, dass die Anlage kein Selbstzweck ist, sondern zur Versorgung der Regio­nalbahn­strecke an dieser Stelle dient, die parallel zur viel befahrenen B2 verluft.

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