Abschlussfeier der Philosophischen Fakultät: Master- und Promotions-Auszeichnungen für 54 Absolventinnen und Absolventen.
Abschlussfeier der Philosophischen Fakultät: Master- und Promotions-Auszeichnungen für 54 Absolventinnen und Absolventen
Die größte Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) feierte ihren wissenschaftlichen Nachwuchs: Unter dem Applaus der Angehörigen erhielten 40 Master-Absolventinnen und -Absolventen sowie 14 Promovierte der Philosophischen Fakultät am Mittwoch (4. Februar) ihre Gratulationsschreiben und Urkunden. Die Feierstunde im Audimax wurde durch einen studentischen Rückblick, Auszeichnungen für herausragende Leistungen und musikalische Einlagen abgerundet.
Bevor die frischgebackenen Akademikerinnen und Akademiker jubeln durften, nahm Prodekan Professor Elmar Eggert ihnen das akademische Versprechen ab, „nach bestem Wissen und Gewissen die Wahrheit zu suchen und zu bekennen“. Sie verpflichteten sich, „den verliehenen akademischen Grad in Ehren zu halten“. In seiner Festrede setzte sich Professor Eggert kritisch mit der Verlockung des schnellen Informationsgewinns durch Künstliche Intelligenz (KI) auseinander. „Sie haben sich für Ihre Abschlussarbeiten viele Monate oder sogar Jahre mit komplexen wissenschaftlichen Themen auseinandergesetzt. Da mögen Manche fragen: Geht das nicht auch schneller und ökonomischer?“ Allerdings stehe bei einem Studium die reine Produktion von Faktenwissen nicht im Mittelpunkt: „Es geht darum, eine wissenschaftliche Einstellung und einen forschenden Habitus zu entwickeln“, erläuterte der Prodekan. Dazu gehöre, bestehendes Wissen durch erkenntnistheoretische Modelle in Form von Hypothesen oder Experimenten in Frage zu stellen.
Natürlich sei es verlockend, KI für Recherchen einzusetzen, sagte Professor Eggert. Dabei solle man aber bedenken, dass der Mensch dazu neige, den einfachsten Weg zu wählen. „Schon jetzt haben Hirnforscher festgestellt, dass bei jungen Menschen bestimmte Hirnregionen durch fehlendes eigenes Denken verkümmern.“ Es sei wie beim Sport, wo sich nur durch stetiges Training Abläufe einüben und das Leistungsvermögen steigern lassen. „Denken lernt man nur beim Denken. Wer sich auf KI verlässt, bei dem bleibt der Erkenntnisgewinn auf der Strecke“, betonte Elmar Eggert und erinnerte an die wörtliche Bedeutung des Wortes Studium – „sich bemühen“. Bei der wissenschaftlichen Arbeit gehe es nicht zuletzt um Ehrlichkeit zu sich selbst und zu anderen.
Über direkte und verschlungene Lebenswege während des Studiums berichtete die frisch promovierte Ur- und Frühgeschichtlerin Sarah Bockmeyer in ihrer Absolventinnen-Rede. Manchmal sei es spannend und ein großer Erkenntnisgewinn, wenn man Umwege im Leben gehen müsse – bei ihr war es die Geburt eines Babys während der Doktorarbeit. Dabei habe sie auch festgestellt, wie schwer es sei, ohne Kinderbetreuung zum Ziel zu gelangen. Um den richtigen Weg einzuschlagen, solle man seinem Herzen folgen und dabei auch das Hirn mitnehmen, riet Sarah Bockmeyer den Absolventinnen und Absolventen und machte ihnen Mut: „Auf zu neuen Abenteuern!“
Für herausragende Masterarbeiten erhielten gleich drei erfolgreiche Studierende die mit jeweils 500 Euro dotierten Preise der Philosophischen Fakultät und des Collegium‘ Philosophicum: Karlotta Tsambika Lorentzen (Geschichte), Philipp Scheinert (Geschichte) und Delf Lützen (Deutsch). Erstmals wurden in diesem Semester Preise für rassismuskritische Lehre verliehen. Sie gingen an Dr. Mona Rudolph und Dr. Graham Howard. Den Preis für gendersensible Lehre durfte Professorin Margit Dahm und den Preis für gendersensible Forschung die Bachelor-Absolventin Lina Both entgegennehmen.
Text: Joachim Welding
Die Philosophische Fakultät der CAU erforscht und lehrt die ganze Bandbreite an klassischen geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern sowie an fachübergreifenden Disziplinen. Die Lehrerinnen- und Lehrerbildung nimmt einen großen Stellenwert ein. Rund 7300 Studierende sind an der zahlenmäßig größten Fakultät der CAU in 120 verschiedenen Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben.
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