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CAU-Forschung zu Trauer zeigt, was helfen kann – und was nicht

Дата публикации: 16-06-2026 12:59:22

In seinen Studien befasst sich das Team um Professorin Bettina Doering mit dem Thema Trauer. Pünktlich zur bundesweiten Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ ab 22. Juni startet eine neue Studie am Institut für Psychologie der Uni Kiel.

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In seinen Studien befasst sich das Team um Professorin Bettina Doering mit dem Thema Trauer und dem unterschiedlichen Umgang von Menschen mit Verlusten. Pünktlich zur bundesweiten Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ ab 22. Juni startet eine neue Studie am Institut für Psychologie der Uni Kiel.

Der Verlust eines geliebten Menschen, die scheinbare emotionale Überwältigung in dieser Situation, die gefühlte Aussichtslosigkeit im weiteren Verlauf: Trauer hat viele Gesichter. Allerdings ist der Umgang mit ihr in weiten Bereichen noch nicht erforscht und wirft Fragen auf. Diesen begegnet Bettina Doering, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie II an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), zusammen mit ihrem Team.

Neue Daten zeigen Merkmale zur Förderung sozialer Verbundenheit

In einer aktuellen Studie geht Prof. Dr. Bettina Doering der Frage nach, welche Merkmale sich in sozialen Begegnungen zeigen, bei denen Trauernde negative Erwartungen haben – diese aber nicht bestätigt werden. Denn viele Trauernde berichten, dass ihnen Gespräche und Kontakt mit anderen Menschen guttun. Gleichzeitig aber kann der Kontakt zu anderen Menschen manchmal auch anstrengend sein und eher eine Belastung darstellen. „Einige Trauernde haben Sorge, dass sie ihre Umwelt mit ihrer Trauer zu stark belasten oder dass andere sie nicht verstehen werden. Diese Menschen ziehen sich dann eher zurück und sind besonders von Einsamkeit bedroht“, sagt Doering.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich negative Erwartungen von Trauernden sowohl auf das Verhalten anderer Personen als auch auf die eigene Reaktion in sozialen Situationen beziehen können: „Bei diesen Erwartungen geht es beispielweise darum, dass andere schlecht von mir denken oder das Gespräch mit mir vermeiden. Manche Menschen fürchten aber auch, von ihrer Trauer in der Situation überwältigt zu werden und zusammenzubrechen“, ergänzt Doering.

Als besonders hilfreich erlebten Trauernde soziale Begegnungen, die sie als verständnisvoll und wechselseitig wahrgenommen haben. Solche Erfahrungen gingen häufig mit einer Reduktion negativer sozialer Erwartungen einher. Die Ergebnisse unterstreichen, wie bedeutsam emotional wertschätzende und wechselseitige soziale Begegnungen sind – vor allem für die Förderung der psychischen Genesung und die soziale Wiedereingliederung nach einem Verlust.

Zusammenhänge von Trauer, Einsamkeit und wahrgenommener sozialer Unterstützung

Anlass für die Forschung um Prof. Dr. Bettina Doering war die Frage, wie trauernde Menschen ihr soziales Umfeld wahrnehmen und welche Erwartungen sie an andere Menschen haben. Im Mittelpunkt weiterer Studien stand dabei die Annahme, dass nicht nur der Verlust selbst, sondern eben auch negative soziale Erwartungen sowie Gefühle sozialer Verbundenheit oder Ausgrenzung einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf der Trauer haben können. „Wer trauert, verliert oft seine wichtigste soziale Bezugsperson. Ein neues soziales Netz aufzubauen, ist eine wesentliche Aufgabe für Trauernde, die aber nicht immer leichtfällt“, sagt Doering.

Um zu überprüfen, ob es kulturelle Unterschiede bei den Merkmalen von Trauernden gibt, hat das Team auch Daten von Menschen aus Iran erhoben. 

Dabei zeigt sich: Je stärker trauernde Personen belastet sind, desto größer ist die negative soziale Erwartung. Und die wiederum hängt signifikant mit Einsamkeit zusammen. 

Wie kann man Einsamkeit verringern?

In einer weiteren Untersuchung zeigte sich, dass zwei Übungen das Gefühl von Einsamkeit nach einem Verlust verringern.

Eine Untersuchungsgruppe sollte sich an eine frühere Situation erinnern, in der ihre negativen Erwartungen sich nicht bestätigten. Beispielsweise eine Situation, in der sie anderen ihre Trauer zeigten und die anderen unerwartet verständnisvoll reagierten. Eine andere Gruppe machte Entspannungsübungen. 

Vor und nach der jeweiligen Übung wurden negative soziale Erwartungen, Einsamkeit, Trauerbelastung und Stimmung erfasst. Die Analyse ergab, dass sich die negativen Erwartungen in beiden Gruppen verringerten. Gleichzeitig nahm das Gefühl der Einsamkeit bei den Teilnehmenden, die sich an eine frühere Situation erinnern sollten, bei denen ihre negative Erwartung sich nicht bestätigte, stärker ab als bei der Gruppe mit den Entspannungsübungen. „Das ist ein erster Hinweis, was gegen Einsamkeit helfen könnte. Sich zu erinnern, dass es manchmal gut gegangen ist, kann Mut machen, das nächste Mal wieder unter Menschen zu gehen und mehr am sozialen Leben teilzunehmen“, sagt Doering.

Bundesweite Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ und weitere Forschung

Vom 22. bis 28. Juni veranstaltet das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“. Im Fokus steht in diesem Jahr die soziale Fitness, also die Fähigkeit, soziale Beziehungen aktiv zu gestalten, zu pflegen und ein Gefühl von Verbundenheit mit anderen Menschen aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

Pünktlich zur Aktionswoche setzt das Team um Prof. Dr. Bettina Doering seine Forschung fort: Im Projekt „LEBENSNAH“ möchte es mehr darüber erfahren, wie Trauer und soziale Kontakte im Alltag zusammenhängen. Die Forschenden interessiert, wie soziale Kontakte konkret aussehen, die bei der Bewältigung von Trauer helfen. Die Studie läuft über 15 Tage. Teilnehmende können online mit ihrem Smartphone teilnehmen. Mitmachen können Erwachsene, die vor mindestens sechs Monaten und höchstens drei Jahren den Tod einer ihnen nahestehenden Person erlebt haben.

Zur Anmeldung für die Studie LEBENSNAH

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Классификация: Наука. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 12.75. Источник: www.uni-kiel.de.