Seit einem Jahr rechnen die Physiotherapeuten Behandlungen bei Unfallpatienten mit einem neuen Tarif ab und bekommen mehr Geld. Trotzdem sind nicht alle zufrieden.
Seit einem Jahr rechnen die Physiotherapeuten Behandlungen bei Unfallpatienten mit einem neuen Tarif ab und bekommen mehr Geld. Trotzdem sind nicht alle zufrieden.

Ennio Leanza / Keystone
Unter den Physiotherapeuten gibt es Streit. Unterschiedliche Ansichten über die Tarife und das Berufsbild haben zur Spaltung geführt. Eine Gruppe von Physiotherapeuten hat sich vom Verband Physioswiss losgesagt und den neuen Verband Prophysio gegründet.
NZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.
Bitte passen Sie die Einstellungen an.
Mittlerweile stehen sich die beiden Verbände immer unerbittlicher gegenüber. Eine Mitteilung mit dem Titel «Monitoring UV/MV/IV: Positive Entwicklung bestätigt» auf der Website von Physioswiss sorgt für erneuten Aufruhr. Laut dem Schreiben von Anfang Woche reduzieren sich die Einnahmen, die Physiotherapeuten mit der Behandlung von Unfall- und IV-Patienten erzielen, ab dem 1. Oktober 2026 um 6 Prozent im Vergleich zum letzten Jahr.
Was daran positiv sein soll, ist Christoph Landolt vom Verband Prophysio nicht klar. Ein Newsletter von Prophysio liess denn auch nicht lange auf sich warten. Darin heisst es: «Diese Entwicklung bestätigt aus Sicht von Prophysio, weshalb eine grundlegend andere Tariflogik notwendig ist.»
Einzelleistungstarif statt PauschalePikant ist, dass die Tariflogik bei der Unfallversicherung (UVG) auch für Physiotherapien relevant ist, die über die Krankenversicherung (KVG) abgerechnet werden. Ein Grossteil der Behandlungen läuft denn auch über die Krankenkassen.
Beim UVG gilt im Gegensatz zum KVG bereits seit einem Jahr ein Einzelleistungstarif statt fester Pauschalen. Das bedeutet: Die Physiotherapeuten rechnen nicht mehr 30 Minuten für einfache und 45 Minuten für komplexe Behandlungen ab. Sie rechnen die Behandlungen nun im 5-Minuten-Takt ab. Es liegt in der Verantwortung der Physiotherapeuten, die Sitzungsdauer so zu planen, wie sie es als notwendig erachten.
Physioswiss will einen ähnlichen Tarif auch beim KVG einführen. Prophysio aber ist dagegen: «Ein solcher Tarif belohnt nicht Behandlungserfolg, sondern führt zu einer Mengenausweitung durch verlängerte Behandlungen», sagt Landolt.
Kostengrenze überschrittenTatsächlich sind die Kosten für Physiotherapien, die über die Unfallversicherung abgerechnet werden, gestiegen. Allerdings nicht, weil sich die Behandlungen verlängert haben. Physioswiss schreibt: «Die Abrechnungsdaten zeigen keine Auffälligkeiten. Die Behandlungsdauer liegt weiterhin bei durchschnittlich rund 32 Minuten, hinzu kommen rund 8 Minuten für Leistungen in Abwesenheit.» Auch einzelne Tarifpositionen seien nicht übermässig häufig abgerechnet worden. Das bestätigt auch die Medizinaltarif-Kommission UVG (MTK), die für die Pflege der Tarife zuständig ist.
Vielmehr sind die Kosten gestiegen, weil im neuen Tarif zum Beispiel mehr Administration verrechnet werden kann. Auch Leistungen wie Robotik oder Zuschläge für einen zweiten Physiotherapeuten sowie Sonn- und Feiertagseinsätze können die Physiotherapeuten neu abrechnen.
Physioswiss hat mit der MTK vereinbart, dass die Mehrkosten stolze 20 Prozent betragen dürfen. Diese Mehrkosten begründen Physioswiss und die MTK damit, dass der Tarif seit 1998 nicht mehr angepasst wurde. Da die Kostensteigerung im letzten halben Jahr aber sogar 26 Prozent betragen hat, wird der Tarif nun automatisch gesenkt. So sieht es die Vereinbarung zwischen Physioswiss und der MTK vor.
Falsche AnreizeUnter dem Strich verdienen die Physiotherapeuten im UVG trotzdem mehr. Wenn auch nicht so viel mehr, wie sich einige erhofft haben.
Der Verband der Physiotherapeuten Physioswiss schreibt auf Anfrage der NZZ: «Die tiefere Vergütung gegenüber den letzten beiden Quartalen ist für unsere Mitglieder unerfreulich, das sagen wir offen. Positiv ist, dass die Tarifstruktur wie vorgesehen funktioniert.» Der Tarif im UVG sei damit sachgerecht. Für die Tarifstruktur im KVG werde dieselbe Datengrundlage verwendet. Das Vertrauen sei nun gestärkt, dass auch diese Berechnungen korrekt und solide seien.
Bei Prophysio ist man mit dem neuen Tarif im UVG trotzdem nicht zufrieden. Der Kostenanstieg sei ein Vorgeschmack darauf, was die Physiotherapeuten erwarte, wenn das neue System auch im Krankenkassenbereich eingeführt werde, sagt Christoph Landolt. «Im Interesse der Patientinnen und Patienten dürfen wir nicht hinnehmen, dass Physiotherapeuten dazu animiert werden, länger als nötig zu therapieren und administrativen Aufwand zu betreiben, den es nicht braucht.»
Auch unter Gesundheitsökonomen ist unbestritten, dass Einzelleistungstarife die Gefahr einer Mengenausweitung bergen.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Российское авторское общество повысило ставки отчислений с авторских вознаграждений | 0 | 0 | 02-10-2019 |
| 2 | Forscher: Deutschlandticket bleibt stabil, Preissensibilität wächst deutlich | 0 | 7.74 | 05-08-2026 |
| 3 | Туроператоры рассказали о росте цен на новогодние туры по России | 0 | 0 | 10-12-2021 |
| 4 | Psychotherapie im Sparzwang: Werden Plätze noch knapper? | 0 | 11.04 | 15-06-2026 |
| 5 | В ЦБ не исключили изменение тарифного коридора по ОСАГО | 0 | 0 | 07-09-2018 |
| 6 | Дефицит топлива разгоняет тарифы: автомобильные перевозки в России уже подорожали на 30% | -2 | 7 | 07-07-2026 |
| 7 | В "Коммерсанте" рассказали, что тарифы на связь могут вырасти на 20% | 0 | 0 | 16-03-2020 |
| 8 | "Ъ": тарифы ОСАГО для такси могут вырасти на 60% | 0 | 0 | 06-04-2021 |
| 9 | iPhone резко подорожают | -5 | 5 | 09-07-2026 |